Les Shadoks

Sie haben nur vier Gehirnzellen, bekommen ihre Kinder durch Zählen bis vier und ihre Sprache besteht aus den vier Silben GA, BU, ZO und MEU. (Nein, das sind nicht die Mitglieder der neuen "WerteUnion", sondern Figuren, die wirklich lustig sind. Die anderen sind ja nur komisch.)
Die erste meiner frühen und aufgrund einer restriktiven "Erziehung" äußerst spärlichen Fernseherinnerungen ist - natürlich - schwarzweiß und besteht aus einem gekritzelten Vogel oder so etwas ähnlichem, der sich maximal dämlich benimmt, genauso wie sein gesamtes Volk. Einem Shadok.
"Les Shadok", das waren hauptsächlich die drei zwischen 1968 und 1973 entstandene Staffeln mit Kürzestepisoden von etwa zwei Minuten. Die erste und wohl beste Staffel wurde 2007 von Indigo neu aufgelegt, ist mittlerweile vergriffen und heute nur noch zu Sammlerpreisen erhältlich: "Die Shadoks und die Gibis reisen zur Erde". Ich muss jetzt nicht so tun, als hätte ich sämtliche Folgen frisch gesehen, um nun darüber zu schreiben, das haben bereits andere getan, beispielsweise hier auf dem auch ansonsten besuchenswerten Filmblog SchönerDenken. (Der dort beschriebene Link zum "Fan-Buch" ist übrigens tot, die Einführung in die Welt der Shadoks und der Gibis gibt es hier.)
Im Grunde geben die Shadoks ein anarchisches, kindisches und völlig verblödetes Spiegelbild der Erde und seiner Bewohner ab. Das hat Chuzpe und man fragt sich, ob bei der Entstehung der französischen Serie so etwas wie ein Verantwortlicher an Bord war. Überhaupt: Die Shadoks sind mit nichts zu vergleichen. Eine völlig singuläre Erscheinung aus den Anfangstagen des Fernsehens, ein unbeaufsichtigter Spielplatz für eine Handvoll Erwachsener oder zwei, die dort ständig Kindergeburtstag feierten und mit allem experimentierten, was zur Hand war.
Ebenfalls empfehlenswert: Die zehnteilige Miniserie auf Arte, die sich mit den Shadoks und ihren Schöpfern befasst. Der deutsche Sprecher ist Michael Pan, die wunderbare Synchronstimme von Bob Odenkirk aka James "Jimmy" McGill aka Saul Goodman, der die sechsminütigen Folgen mit seiner polypengeplagten Quengelstimme adelt. Die ist übrigens bei Arte schon in den Folgen von "Professor Schnauzbart" zum Einsatz gekommen, von einen ähnlich aufklärerischen Duktus getragen. Übrigens, wer auch immer dort diese Monstertexte schreibt: Chapeau.
Viele Folgen der ersten Shadok-Staffel gibt es natürlich im Netz.